Muetterberatung

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Einrichtung

Muetterberatung

Margit

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Projekt

Mütterberatung in der Erstaufnahme für Flüchtlinge


Ein ehrenamtliches Angebot für geflüchtete schwangere Frauen und Familien mit Babys in der Erstaufnahme München. :

Unser Team besteht derzeit aus 3 Ehrenamtlichen, die von der Inneren Mission München koordiniert werden. Wir bieten seit Januar 2017 wöchentlich 2 offene Sprechstunden in der Erstaufnahme Funkkaserne an, zu denen Frauen aus allen Münchner Flüchtlingsunterkünften zu uns kommen können. Vor 2017 war das Angebot seit 2010 in der Erstaufnahme Bayernkaserne angesiedelt. Im Vordergrund steht die Beratung zum Thema Schwangerschaft, Geburt und Babypflege. Wir möchten damit auffangen, dass die Frauen aufgrund des laufenden Asylverfahrens und der noch fehlenden Sprachkenntnisse in keinen regulären Geburtsvorbereitungskurs gehen können, deshalb steht die Vorbereitung der Frauen die zum ersten Mal Mutter werden, für uns im Vordergrund. Wir informieren ausserdem über die zustehenden Sozialleistungen und vermitteln ggf. Termine, z.B. bei staatlich anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen, bei Ärzten oder Fachberatungsstellen. Wir helfen schnell und unkompliziert bei kleinen Schwangerschaftsbeschwerden oder Stillproblemen und geben bei Bedarf Hilfsmittel (z.B. Still-Tee, Still-BH, Milchpumpe, Fieberthermometer, Wundschutz-Creme u.a.) aus. Bei medizinischen Problemen verweisen wir an Ärzte in der Umgebung. Zudem sammeln wir gebrauchte Babykleidung, waschen und sortieren diese und packen daraus Erstlingspakete, die wir bei Bedarf den Frauen ausgeben. Das ist ein wichtiger Teil der Arbeit, da viele Frauen kurz vor der Geburt ankommen und keine Zeit mehr haben, sich über andere Wege ausreichend mit Babykleidung zu versorgen. Für diese Pakete kaufen wir regelmäßig Hygieneprodukte und Kapuzen-Handtücher, Strumpfhosen sowie Baby-Schlafsäcke oder Babydecken zu. In 2017 haben wir ca. 220 Erstlingspakete ausgegeben, die Kosten hierfür übernahm die Flüchtlingshilfe München e.V.. Auch gebrauchte Umstandskleidung sammeln wir und geben diese bei Bedarf aus. Wir versuchen, den Bedarf an Kleidung und Materialien soweit wie möglich aus Sachspenden zu decken und kaufen nur die dringend nötigen Dinge zu.

Pro Woche besuchen uns ca. 10 -15 Frauen, viele davon sehen wir nur 1 x, wenn sie schnell aus München wegverlegt werden. Aufgrund der kurzfristigen Verlegungen ist eine langfristige Planung nie möglich, wir arbeiten als offenes Angebot, eine Ausgabe von Erstlingspaketen oder anderen Sachen ist jederzeit möglich. In 2017 haben wir aufgrund der Zuweisung von vielen nigerianischen Schwangeren in das Transitzentrum Manching spontan mehrere Versorgungsfahrten nach Manching unternommen, um die Frauen dort mit Babysachen zu versorgen. Wir möchten dort helfen, wo der Bedarf groß ist.

1 x monatlich organisieren wir zudem eine Gruppenveranstaltung zum Thema Geburt und Babypflege, die sehr gut besucht wird.

Da die Vorstellung von Schwangerschaft/Geburt/Kindererziehung in vielen Herkunftsländern deutlich von dem abweicht, was in Deutschland als Standard angesehen wird, informieren wir insbesondere über die Gesetzeslage in Deutschland, über gewaltfreie Erziehung und das Verbot der Mädchenbeschneidung. Viele der Frauen kommen aus der Zwangsprostitution oder dem Menschenhandel, oft aus zerrütteten Herkunftsfamilien, ca. 2 Drittel sind Analphabetinnen. Es ist wichtig, ihnen mit Verständnis entgegenzutreten, aber auch klar zu vermitteln, welche Regeln und Werte für ein Leben in Deutschland wichtig sind.

http://www.fluechtlingshilfe-muenchen.de