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Projekt

Save Me Kampagne


Save Me empfängt und betreut Resettlement Flüchtlinge in und um München und stellt ihnen unter anderem ausgebildete ehrenamtliche Paten zur Seite. :

Projektziele:

1) Organisation und Abwicklung der Ankunft von Flüchtlingen aus Resettlement und Humanitären Aufnahmeprogrammen in München
2) Schaffung einer Öffentlichkeit für diese Flüchtlingsgruppe
3) Aufbau von Resettlement/ HAP Strukturen (Aufnahme und Versorgung) in Kommune und bundesweit
4) Ehrenamtskoordination und Ausbildung Freiwilliger zur Übernahme einer Patenschaft

Anlass des Projektes

Die aktuelle bundesweite Quote (500 P./Jahr) an Resettlementplätzen ist zu gering. Save Me setzt sich für die Erhöhung des Kontingents ein, gerade in Anbetracht der weltweit steigenden Flüchtlingszahlen. Trotz geringer Personenzahl ist in einigen Kommunen eine sehr mangelhafte, z. T. gar keine Betreuung dieser Flüchtlingsgruppe festzustellen. Save Me München arbeitet aktiv am Aufbau von Betreuungsstrukturen für Resettlementflüchtlinge. Bisher gibt es in vielen Bereichen (z. B. Familiennachzug, Kommunikation mit Ausländerbehörde und Jobcentern, Integration) keinerlei Routine. Dies liegt an der mangelnden Kenntnis über den rechtlichen Status seitens der Behörden/Botschaften und Sozialbetreuern. Zum einen haben sich die Rechte der Resettler seit 1. August 2015 durch eine Änderung im AufenthG hinsichtlich Niederlassung und Familiennachzug verbessert. Diese Neuerung ist jedoch weitgehend unbekannt, weshalb eine adäquate Beratung oft ausbleibt. Zum anderen sind Resettler anerkannten Flüchtlingen NICHT gleichgestellt, d. h. sie bekommen z. B. keinen blauen Pass. Außerdem werden Resettler oft in ländliche Kommunen verteilt, wo niemand über deren Ankunft informiert wurde, folglich außer der Wohnraumzuweisung keinerlei Betreuung stattfindet. Bei einer solch geringen Personenzahl mit einer so hohen Schutzbedürftigkeit sollte eine umfassende Betreuung in allen Aufnahmekommunen gewährleistet sein, zumal die Menschen mit der Perspektive nach Dtl. kommen, sich hier dauerhaft zu integrieren, was ohne Starthilfe nicht möglich ist.
Angesichts des EU-Framework im Bereich Resettlement und weiteren EU-Beschlüssen zur Aufnahme bestimmter Flüchtlingsgruppen ist davon auszugehen, dass auch für Deutschland die Zahlen in den Jahren 2018/19 steigen werden – im Verhältnis insbesondere in Bayern (Vtlg. nach Königsteiner Schlüssel). Für Save Me entsteht hierdurch ein erhöhter Arbeits- sowie Beratungsaufwand, da zahlreiche Personen, auch aus kleineren ländlichen Kommunen, das Projekt zur Beratung aufsuchen werden oder anstreben in den Ballungsraum München zu ziehen (z. T. wg familiärer Bindungen, die bei den behördlichen Zuweisungen nicht berücksichtigt werden konnten). Gleichzeitig sind auch mehrere Ehrenamtliche gefragt, die neu eingereisten Personen zur Seite stehen.

Darstellung der einzelnen Projektmaßnahmen:

Vorbereitung der Ankunft von Resettlement-Flüchtlingen/ Projektziel 1:
Da Resettler ab Einreise nach Deutschland das Recht auf Sozialleistungen, einen Aufenthaltstitel und eine Arbeitserlaubnis haben, gilt es viele Dinge gleichzeitig zu erledigen. Zwar verbringen die Flüchtlinge die ersten beiden Wochen im Grenzdurchgangslager Friedland, jedoch bereitet man sie dort eher inhaltlich auf ihre Zeit in Deutschland vor (Sprachkurse, allg. Orientierung).
Um einen möglichst schnellen und lückenlosen Bezug der Sozialleistungen zu gewährleisten fährt Save Me nach Friedland, um eine Woche vor Ankunft in der Kommune alle nötigen Formulare für die eingereisten Personen auszufüllen. Per Vollmacht werden nach Rückkehr sämtliche Leistungen stellvertretend beantragt – bei steigenden Einreisezahlen steigen auch die Anträge. Unmittelbar vor der Ankunft in München kümmert sich Save Me um die Besorgung der Erstausstattung für die Wohnungen (Geschirr, Kochutensilien, Lebensmittel etc.).
In 2018 werden ca 100 Personen (vornehmlich Syrer aus der Türkei) in München erwartet, was an einen Stundenaufwand von bis zu 1000 Stunden gekoppelt ist.

Nach der Ankunft der Resettler in München/ Projektziel 1, 2
Die Projektleitung führt ein Orientierungsseminar für die Neuankömmlinge durch. Inhaltlich geht es um das Verständnis von Strukturen, Bürokratie und Abläufen in Deutschland. Ebenso sollen die Erwartungen der Flüchtlinge auf eine realistische Ebene gebracht werden. Zudem unterstützt die Projektleitung beim Familiennachzug der zurückgebliebenen Kernfamilie. Dazu müssen erst die nötigen Dokumente der Einreisewilligen sowie der hier lebenden Angehörigen eingesammelt und übersetzt werden. Save Me übernimmt den Kontakt zu den Botschaften vor Ort und vereinbart Termine zur Vorsprache. Ebenso fungiert Save Me als Ansprechpartner bei möglichen Komplikationen (z. B. Anforderung eines DNA-Tests zur Vaterschaftsbestimmung). Dennoch ist es ein langwieriger Prozess, da besonders die Botschaften in der Türkei und im Libanon aufgrund der hohen Antragszahlen sehr lange Wartezeiten von bis zu 1 1/2 Jahren haben. Save Me begleitet die Flüchtlinge und unterstützt sie bei Kontaktaufnahmen zum Auswärtigen Amt, dem Innenministerium und der Ausländerbehörde. Je nach Komplexität einzelner Fälle bedeutet dies bei ca. 40 geplanten Fällen einen Arbeitsaufwand von mindestens 300 Stunden in 2018.

Patenkoordination und Ausbildung/ Projektziel 4
Save Me möchte 2018 ca. 200 weitere ehrenamtliche Paten neu ausbilden und an Geflüchtete (unabhängig von deren Status) vermitteln. Zusätzlich zu den bereits aktiven Paten betreut Save Me dann rund 450 Paten. Zur besseren und schnelleren Vermittlung ist eine enge Kooperation mit Gemeinschaftsunterkünften im Raum München geplant – diese haben oft nicht die Kapazität, ein Patenprogramm zu betreuen, zudem wissen hier untergebrachte Flüchtlinge meist nicht um die Möglichkeit einer persönlichen Unterstützung durch ehrenamtliche Paten.
Postkarten in sieben relevanten Sprachen werden produziert, um auch unter Geflüchteten auf das Patenprogramm hinzuweisen. Zusätzlich nimmt die Ehrenamtskoordinatorin (Stellenumfang 25 Stunden/Woche) von Save Me über Netzwerke und direkte Ansprache zu Sozialdiensten in den Unterkünften Kontakt auf, um das Patenprojekt zu bewerben. Zudem soll Anfang 2018 ein neuer Flyer erstellt werden, der MigrationsberaterInnen sowie auch Geflüchtete selbst über die Möglichkeiten und Vorteile einer Patenschaft informiert. Die Workshops (sechs bis acht Reihen pro Jahr), welche Voraussetzung für die Mitarbeit als Pate bei Save Me sind, werden stets weiterentwickelt und in Zusammenarbeit mit „Langzeit“-Paten (Save Me Ambassadors) sowie bereits länger hier lebenden Resettlern durchgeführt.
Neben der inhaltlichen Weiterentwicklung des Patenprogramms steht die Ehrenamtskoordination zudem als Ansprechpartner für Ehrenamtliche und Geflüchtete zur Verfügung, die sich bereits in Patenschaften befinden.

Aufbau von einheitlichen Betreuungsstrukturen von Resettlern in Bayern und bessere Transparenz/ Projektziel 3

Im Jahr 2015 wurde ein Beratungsverfahrensplan für Resettlement-Flüchtlinge von einer Save Me Mitarbeiterin erstellt, welcher in München bereits erfolgreich umgesetzt wird. Wie jedoch unter Punkt 7 geschildert, mangelt es in vielen Kommunen noch immer stark an der Qualität der Betreuung von Resettlern – sofern diese überhaupt vorhanden ist. Save Me erstellte aus diesem Grund im Spätsommer 2016 ein Assessment auf Grundlage bayernweiter Erhebungen, welches sämtliche Defizite in der teilweise mangelhaften Betreuung aufzeigt und dringenden Handlungsbedarf erfordert (im Anhang). Hierfür plant Save Me in 2018 die Ausarbeitung eines Konzepts zur einheitlichen, transparenten und flächendeckenden Betreuung der Resettler. München gilt hier nach wie vor als Best Practice Beispiel. Das Betreuungskonzept soll der Bayrischen Landesregierung mit dem Ziel vorgelegt werden, vorherrschende Missstände zu verbessern und den hier ankommenden Resettlern eine adäquate Betreuung zu sichern.
Außerdem veranstaltet Save Me regelmäßige Fortbildungen in und um München, um sowohl Bürger*innen als auch Behördenvertreter*innen über aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich zu informieren.

Steigende Zahl prekärer Fälle (Alte/ Kranke Menschen, Trennung von Familien im Aufnahmeprozess/ Projektziel 3:

Vor dem Hintergrund des HAP und der guten medizinischen Versorgung in München, kommt es überwiegend zu einer Zuweisung von Personen mit erhöhten medizinischen Behandllungsbedarfen. Besonders der Aufwand für die bereitzustellenden Versorgungsstrukturen steigt in diesem Bereich an. Zwar haben Geflüchtete durch eine Zuweisung nach München eine gute medizinische Versorgung, allerdings sorgt die Knappheit an Wohnraum wiederum für Belastung und ist für die Geflüchteten sehr kräftezehrend.
Save Me befindet sich hier im Aufbau von Strukturen zur Bereitstellung adäquater Betreuung für alle anfallenden Bereiche. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit mit Fachstellen, wie beispielsweise den in den jeweiligen Stadtvierteln zuständigen Sozialbürgerhäusern sowie die gezielte Suche nach Ehrenamtlichen erforderlich.
Des Weiteren werden die familiären Bindungen Aufgenommener nach München nur bedingt berücksichtigt. Zwar erfolgen Zuweisungen nach Bayern, jedoch sind in den Zielkommunen nur selten die erforderlichen Beratungsstrukturen vorhanden. Save Me schließt diese Lücke und ist darum bemüht,  Familien innerhalb Bayerns an selben Orten zu vereinen. Hierbei etabliert sich leider nur sehr schleppend eine offenen und entgegenkommende Kommunikation mit politischen und verteilungsbetrauten Entscheidungsträgern.

 

http://www.save-me-muenchen.de/de/