ProjektALM

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Projekt

Projekt Alpen.Leben.Menschen (A.L.M.)


Der Deutsche Alpenverein und der Malteser Hilfsdienst setzen sich gemeinsam für Integration und Naturschutz ein.   :

Für viele Menschen ist die ein oder andere alpenländische Tradition ein Kulturschock für sich. Wie mag es da erst Flüchtlingen ergehen, die nach Bayern kommen, um ein neues Zuhause zu finden? Um den Flüchtlingen das Ankommen im bayerischen Alpenraum zu erleichtern, hat der Deutsche Alpenverein in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst e.V. im August 2016 das Projekt A.L.M. ins Leben gerufen. Projekt A.L.M. soll Flüchtlingen und Einheimischen die Chance geben, neue Freundschaften zu knüpfen, ihre (neue) Umgebung besser kennen und schätzen zu lernen und Menschen für Umweltfragen und -probleme zu sensibilisieren.
Hierzu wird im der Ansatz der Integration durch Interaktion verfolgt. Dieser umfasst sowohl Begegnungen mit der einheimischen Mehrheitsbevölkerung als auch die Interaktion mit der besonders sensiblen Natur des Alpenraumes. Langfristiges Ziel ist es, die Integrationsarbeit im Alpenraum zu verstetigen und eine Benefit-Benefit-Situation für alle Alpenbewohner und ihre alpine Umwelt zu schaffen.
Bei den bisher mehr als 100 realisierten A.L.M.-Aktionen begegnen sich die ProjektteilnehmerInnen (insgesamt bereits über 1.000 Personen) auf Augenhöhe. Bergsport in seinen unterschiedlichen Formen ist bei vielen Einheimischen populär, sodass keine künstlichen Situationen für interkulturelle Begegnungen geschaffen werden müssen. Vielmehr werden die bestehenden Strukturen der beiden Projektpartner gebündelt: Der Alpenverein als Bergsportexperte und die Malteser als Akteur in der Flüchtlingshilfe arbeiten bei Projekt A.L.M. Hand in Hand. Vom gemeinsamen Berg- und Umwelterlebnis profitieren sowohl die Einheimischen als auch die Geflüchteten: Letztgenannte haben Gelegenheit ihr erlerntes Deutsch anzuwenden und zu verbessern, Kontakt zu (gleichaltrigen) Einheimischen zu knüpfen und ganz nebenbei Vieles über Land und Leute zu erfahren. Aber auch im Gegenzug nehmen viele Einheimische ihre Heimat aus einer neuen, wertschätzenden Perspektive wahr.

Die Mitmachaktionen, die für jeden offen gestaltet sind, fördern den interkulturellen Dialog sowie den Abbau von Vorurteilen. Durch den Aufbau eines persönlichen Vertrauensverhältnisses wird die gesamtgesellschaftliche Integration der Geflüchteten erleichtert. Dieser Dialog zwischen Geflüchteten und Einheimischen ist essentiell, da es oftmals (u.a. aufgrund der peripheren Lage der Unterkünfte in den ländlichen Gemeinden) kaum zu einem (Werte-)Austausch mit der Mehrheitsbevölkerung kommt. Hinzu kommt, dass diese Begegnungen im Gegensatz zu vielen Integrationsangeboten auf Augenhöhe erfolgen. Unter den TeilnehmerInnen haben sich bereits internationale Gruppen gebildet, welche sich regelmäßig zum gemeinsamen Bergsport treffen. In Einzelfällen konnten bereits weitere Perspektiven über Begegnungen in den Bergen aufgezeigt werden: Es wurden Praktika, (Neben-)Jobs oder Wohnungen vermittelt. Ein Miteinander, von welchem nicht nur die Beteiligten, sondern die gesamte Gesellschaft profitiert.

Die Bandbreite der von A.L.M. realisierten Begegnungen wird zu 99 % von ehrenamtlichen Projektbeteiligten gestaltet. Diese reichen von gemeinsamem Bergsport, bei welchem ein wichtiger Fokus auch auf Umweltbildungsthemen gelegt wird, über gemeinsames Kochen und Musizieren auf Berghütten bis hin zur Gestaltung von Kunst (Recycling-Art aus alpinen Materialien). Bei der Organisation werden sie von vier hauptamtlichen Projektkoordinatoren unterstützt. Alle Projektinteressierte können sich im Rahmen von Schulungen zudem im Umweltbildungsbereich mit Geflüchteten in einer eigens konzipierten Schulung fortbilden und erhalten Zugang zu den verbandsspezifischen Ausbildungsprogrammen. Im Jahr 2017 wurden mehr als 50 ehrenamtliche Multiplikatoren, sog. A.L.M.-Lotsen, ausgebildet. Insgesamt haben seit Projektbeginn mehr als 1.000 Personen mitgemacht, wovon ca. 250 Menschen regelmäßig teilnehmen. Dieser Anteil soll 2018 noch erhöht werden.

 

http://www.alpenlebenmenschen.de